Ehrlichkeitsschock in Oberhaching: Bürgermeister gibt zu, dass neue Rüttelschwellen „einfach nur alle behindert“
„Ein Akt der Verzweiflung, der alle behindert“ – Wie Oberhaching den Radverkehr erfolgreich sabotiert
MÜNCHEN / OBERHACHING – Wer geglaubt hat, bayerische Bürokratie und moderner Sportjournalismus seien zwei verschiedene Paar Schuhe, wird durch den neuesten Bericht des Bayerischen Rundfunks eines Besseren belehrt. Es ist die Geburtsstunde einer neuen Ära: Die „Mobilitätswende durch Materialmord“.
1. Die Tarnkappen-Technik: Wenn Carbon-Räder zu Geistern werden
Das absolute technologische Highlight im Forst ist die neue Zählstelle. Die Sensoren im Untergrund sind so exklusiv eingestellt, dass sie nur auf Metall reagieren (siehe Video ab 02:07).
Da fast jeder ambitionierte Radfahrer heute auf einem Carbon-Rahmen unterwegs ist, hat die Gemeinde das Problem der vollen Radwege elegant gelöst: Man zählt sie einfach nicht mit. In der Statistik tauchen offiziell null Rennradler auf (02:39). Ein Sprecher könnte stolz verkünden: „Wir haben das Problem der Überfüllung weg-digitalisiert. Was der Boden nicht spürt, ist für die Politik auch nicht da.“ Dass man für den Beitrag trotzdem „Horden von Rasern“ filmen musste, ist wohl ein technischer Fehler der Realität.

2. Die „Rüttelschwelle“: Ein Hoch auf die Instabilität
Um die „Quarterlife-Crisis“ der 30-jährigen Triathleten (00:22) endgültig zu heilen, hat man vor der Kugleralm Rüttelschwellen installiert. Hier wird das revolutionäre Labilitäts-Prinzip angewandt: Durch die Drosselung auf 10 km/h wird die stabilisierende Kreiselkraft der Laufräder mutwillig eliminiert (02:50).
Wer schon mal mit Klickpedalen bei 5 km/h versucht hat, über eine Betonschwelle zu eiern, weiß: Das ist kein Sicherheitsgewinn, das ist ein Aufruf zum kollektiven Umkippen. Der Bürgermeister von Oberhaching liefert dazu das Zitat des Jahres: „Es ist ein Akt der Verzweiflung, der alle behindert.“ (04:19).
Wir gratulieren zu so viel Mut zur Ehrlichkeit! Endlich gibt ein Amtsträger zu, dass das Ziel der Verkehrsplanung nicht der Verkehrsfluss ist, sondern die maximale Behinderung aller Beteiligten.
Die Kritik von Praktikern, die darauf hinweisen, dass das Verletzungsrisiko durch diese Stolperfallen massiv steigt, wird im Rathaus weggelächelt: „Sicherheit bedeutet bei uns nicht, dass niemand stürzt, sondern dass dabei niemand schnell ist. Ein langsamer Genickbruch ist uns politisch deutlich lieber als ein schneller Wadenkrampf!“
3. Der journalistische Ritterschlag: „Eingekesselt im Forst“
Auch die Augenzeugenberichte im Video sind pures Gold. Ein Trekkingradfahrer berichtet unter Tränen, wie er von einer Rennrad-Horde „eingekesselt“ wurde (01:39). Man hat förmlich das Bild einer Büffelherde im Kopf, die den armen Pendler in die Mitte nimmt. Im Profisport nennt man das „Windschatten“ und „belgischer Kreisel“, im Perlacher Forst ist es offenbar psychologische Kriegsführung und wird als „versuchter Raubüberfall“ gewertet.
Fazit der Redaktion
Wir ziehen den Helm vor dieser planerischen Meisterleistung. Ein System, das die Nutzer erst unsichtbar macht, sie dann durch Instabilität in Lebensgefahr bringt und am Ende stolz darauf ist, den Fluss für alle zu unterbrechen – das ist bayerische Ingenieurskunst in Reinform.👍
